Am Tag des Regenwurms

Es gibt ihn wirklich, den Tag des Regenwurms, jeweils am 16.Februar. Und just an diesem Tag fuhr der LK Biologie der Q2 zu neurobiologischen Untersuchungen an diesem Ringelwurm ins Projektbüro Biotechnologie des Berufskollegs nach Olsberg. Begleitet wurden die Schüler/innen vom LK Biologie der Q1, der parallel dazu auf genetische Spurensuche ging.

Während die einen in die Laborkittel schlüpften, um anschließend bei der genetischen Analyse im Mikromaßstab und absolut sauber zu arbeiten, mussten sich die anderen in eine komplexe Software zur Durchführung von reizphysiologischen Messungen einarbeiten. Beide Praktika erforderten vor allem Disziplin und Geduld: was in den Büchern als Abbildung oft in wenigen Minuten beschrieben werden kann, entpuppt sich in der Praxis als Methode mit vielen langwierigen Einzelschritten und zuweilen auch der Notwendigkeit der mehrfachen Wiederholung, um am Ende ein aussagekräftiges Ergebnis zu erhalten. Schließlich aber hat sich die Geduld gelohnt: zu sehen, aus welchem Fleisch nun tatsächlich die Wurst besteht oder wie sich die Erregungsleitungsgeschwindigkeit beim Wurm und dem Menschen unterscheidet, ist dann doch verblüffend. Auch wenn die Nerven der Wirbeltiere gegenüber den Wirbellosen wie Autobahnen erscheinen, liegen die Würmer mit 30m/sec gar nicht so schlecht, wenn man bedenkt, dass sie nur 15-30cm lang sind. Da ist die Entfernung vom Gehirn bis zu den Extremitäten eines Homo sapiens doch weit größer. Und dass die Kalbsleberwurst mehr Schwein als Kalb enthält, war auch nicht jedem Schüler klar.

Die Praxis in einem professionell eingerichteten Labor hat den Schülern nicht nur Spaß bereitet, sondern auch einen wichtigen Einblick in wissenschaftliches Arbeiten und das biotechnologische Arbeits- und Berufsfeld ermöglicht.

Finanziell unterstützt wurde die Exkursion durch Mittel aus dem ERASMUS-Projekt.

Ute Scherberich-Rodríguez / Anna Tomanski

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