Auf dem Weg in den Weltraum

In diesem Schuljahr startete zum ersten Mal ein Projektkurs, der sich mit der Astronomie beschäftigt am Ostendorf-Gymnasium.

Die Teilnehmer erhielten zunächst grundlegende Kenntnisse der allgemeinbildenden Astronomie und bestimmten, zum Beispiel anhand von Sternstrichpur-Aufnahmen des Himmels, die Sternzeit. Im Gegensatz zu der allgemein bekannten Sonnenzeit ist diese um 3 Minuten 56,555 Sekunden kürzer als ein Sonnentag.

Faszinierend war dabei, dass allein mit einfachsten Mitteln – mittels GeoGebra – die Rohdaten ermittelt und verarbeitet werden konnten. So ergab sich – dank der Aufnahmedaten von Joachim Port – ein Messwert von 23 Stunden und 56 Minuten (mit einem Fehler von rund 12 Minuten) für die Dauer eines Sterntags.

Im zweiten Quartal des Projektkurses durften sich die Schülerinnen und Schüler eigenen Projekten widmen.

Eine Schülerin erstellte ein Modell des Sonnensystems mit Schwerpunkt auf den Asteroidengürtel.

Der Asteroidengürtel liegt zwischen Mars und Jupiterund ist durch den präsolaren Urnebel entstanden. Hierzu wurde versucht möglichst maßstabsgetreu zu arbeiten, was aufgrund der enormen Ausmaße der Sonne und der äußeren Planetenbahnen nicht ganz einzuhalten war. Die Bahnen der Planeten wurden mit LEDs in einer Reihenschaltung versorgt.

Weiterhin wurde ein Modell der Venus und des Mars angefertigt. Besonderes Augenmerk wurde hier auf die Gestaltung der Oberflächen gelegt. Die Maßstäbe wurden hier teilweise absichtlich nicht eingehalten, um die besonderen Formationen zu veranschaulichen.

Ein weiteres Projekt war der Bau einer Himmels-Nachführung für ein Handy. Das Studium einer sogenannten Äquatorialmontierung und das Verständnis der einzelnen Elemente war hierbei von besonderer Bedeutung. So lässt sich eine Äquatorialmontierung auf den Breitengrad des Ortes einstellen, was die Verfolgung mit nur einer Achsdrehung des Himmelskörpers möglich macht.

Das fünfte Projekt war der Bau eines Windkanals. Dazu wurde eine elektrische Turbiene aus den 1930er Jahren verwendet, die in der umfangreichen Physiksammlung zu finden war. Um die Strömung laminar zu machen, wurde hinter der Turbine ein Einsatz aus Strohhalmen angefertigt. Da der Luftstrom natürlich sichtbar gemacht werden muss, wurde hier eine Konstruktion eines Diffusors für eine Nebelmaschine angefertigt.

Die ersten Tests mit 3D gedruckten Testformen, die ihnen der Fachlehrer Herr Grundmann zur verfügung stellte sowie mithilfe eines Luftgeschwindigkeitseonsors kann man das Strömungsverhalten der Luft an verschiedenen Objekten gut sichtbar machen.

Im 2. Halbjahr stehen nun die theoretischen Grundlagen der Raketenphysik und der Bau einer Wasserrakete an. Gegen Ende des Schuljahres sollen die Raketen der drei Schülergruppen und die Rakete des Fachlehrers an einem Wettkampftag gegeneinander antreten. Natürlich sind auch Sicherheitsaspekte und rechtliche Grundlagen für solche Raketenstarts Bestandteil des Unterrichts. Hierbei werden vier Kategorien bewertet: Design, Höhenrekord, Payload (Sicherer Transport einer Actioncam) und Bergungssystem. Man darf gespannt auf die Ergebnisse der Schülerinnen und Schüler sein.

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